Die Theatergruppe Bühnefrei bringt Patrick Süskinds Kult-Einakter „Der Kontrabass“ ins Theater 99 – und das mit voller Wucht. André Schülke steht dabei ganz allein auf der Bühne und trägt das Stück von 1981 als Solo-Monolog. Ein Mann, ein Instrument, ein Abend – mehr braucht es nicht.

Im Mittelpunkt: ein alternder Kontrabassist („ein Mann, Mitte fünfzig, nämlich ich“), Mitglied eines Staatsorchesters. In seinem schallgedämmten Musikzimmer, hermetisch abgeriegelt von der Außenwelt, hält er zunächst eine leidenschaftliche Liebeserklärung an sein Instrument. Der Kontrabass – das Fundament des Orchesters! Unverzichtbar! Gewaltig!

Doch je länger er redet, desto mehr bröckelt die Fassade. Aus Stolz wird Frust, aus Bewunderung Verbitterung. Der Musiker entpuppt sich als einsamer Stubenhocker, als „drittes Pult“, als namenloses „Tutti-Schwein“, das Mozart und Wagner hasst und im Konzert schon mal aus Trotz ein paar Noten unterschlägt. Dirigenten? Völlig überschätzt. Gegen Feuchtigkeitsverlust und Orchesterfrust hilft ohnehin nur Bier.

Ein bitterböser, tragikomischer Abend über Größenwahn, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach Bedeutung. Das Solostück mit André Schülke wird im März und April im Theater 99 aufgeführt:  Premiere am  13.03. – danach am 14.03., 15.03., 17.04., 18.04., 19.04., 24.04., 25.04. und 26.04. theaterbuehnefrei.de