Wie entwicklen sich Start-Ups in Aachen Nord? In diesem Artikel stellen wir Ihnen das Aachener Startup everwave vor.Die Organisation hat ihren Sitz im Tuchwerk in der Soers.

2016 hat Marcella Hansch den Verein „Pacific Garbage Screening“ mit der Vision, eine Meeresplattform zu entwickeln, gegründet. Pacific Garbage Screening war ein wundervoller Zungenbrecher. Die Idee und Organisation hatte sich weiterentwickelt, daher wurde ein Name gesucht. Die neue Vision: „Eine verantwortungsvolle Gesellschaft für gesunde Ozeane zu kreieren und die Gewässer dieser Welt von Kunststoffabfällen zu reinigen und damit das Meer zu schützen.“ Der Name everwave unterstreicht zudem das Ziel, „durch technologische Innovation und ökologische Inspiration, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.“

Jährlich strömen Millionen Tonnen Plastik in unsere Ozeane und schaden damit der Natur und dem Menschen. Jede Minute gelangt ein LKW voll Plastikmüll in die Meere – elf Millionen Tonnen Plastik jährlich. Das Startup everwave aus Aachen will dagegen etwas tun. Das Ziel ist es den Müll gar nicht erst ins Meer kommen zu lassen. Dabei wird auf technologische Lösungen gesetzt, um den Müll bereits in den Flüssen abzufangen.

Eine Cleanup-Plattform, die in Flüssen eingesetzt werden kann, wurde in der Soers seit mehreren Jahren entwickelt und geprüft. Ende dieses Jahres wird der erste Prototyp-Test durchgeführt – ein Meilenstein für das Startup. Mit den Kooperationspartnern Berky, einem Bootsspezialisten aus dem Emsland und dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) wurde 2020 das CollectiX Müllsammelboot konstruiert. Über ein erfolgreiches Crowdfunding wurde Anfang August der erste Einsatz in der Slowakei finanziert. Dort wurden innerhalb von 3 Tagen ca. 10 Tonnen Müll aus dem Fluss Hron gesammelt.

Das Thema der Verwertung spielt für everwave ebenfalls eine wichtige Rolle. Beim letzten Einsatz wurde der Müll lokal verwertet. Vor wenigen Monaten startete das EU-Forschungsprojekt „Mix-Up“, das von der RWTH Aachen koordiniert wird. Wissenschaftler aus Europa und China suchen hier nach Möglichkeiten, Kunststoffabfälle mittels Enzymen und Bakterien abzubauen und in neue umweltschonendere Wertstoffe umzuwandeln. Für neues Plastik müsste so kein weiteres, umweltschädliches Erdöl gefördert werden. Der neue Rohstoff entsteht dann aus altem Plastik.

Bildungskoffer für Schulen

Das Umweltbildungs-Team von everwave hat den Bildungskoffer „EmergenSEA Kit“ entwickelt. So haben Schulklassen die Möglichkeit, die Themen Meere, Plastik und Ressourcenschutz fächerübergreifend zu erarbeiten. Durch das EmergenSEA Kit werden junge Menschen dazu angeregt, sich langfristig für den Umweltschutz zu interessieren. Jede*r einzelne Schüler*in kann ein kleiner Multiplikator werden und andere mit Spaß für Umweltschutz begeistern. Ob Technologie, Recycling oder Umweltbildung. Jeder Bereich ist für everwave ein wichtiger, denn nur so kann der Kreislauf geschlossen werden. Das junge Startup möchte die Welle sein, die nachhaltig die Ozeane schützt. Und jeder Einzelne kann ein Teil von ihr werden.

So geht es in die Zukunft. Eine Idee, viele Mitstreiter und viel Mut, dann ist noch viel zu bewegen, nicht nur in Aachen Nord.

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